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Yieldlove – aus Liebe zum Gewinn

Vor gut drei Jahren in der WG-Küche gestartet, inzwischen international erfolgreich – bei Yieldlove geht nicht nur der Pfeil im Firmenlogo steil nach oben. Kein Wunder, verspricht das Startup seinen Kunden doch maximale Werbeerlöse. Wie das funktionieren  soll – wir haben uns schlau gemacht.

Im ursprünglichen Sinn bedeutet das Wort „yield“ Ernteertrag. Im Marketingsprech ist damit Rendite oder Gewinn gemeint. Nun ist die Liebe zum Gewinn etwas, das alle Geschäftsleute mehr oder weniger leidenschaftlich empfinden, und das gilt natürlich auch in der Medienbranche. Keine schlechte Idee also, einem Unternehmen, das die Erlöse von Onlinewerbung optimieren will, den Namen Yieldlove zu geben.

Ein Buchprojekt als Start in die Welt des Onlinemarketings

Yieldlove, das waren zu Beginn Timo Hagenow, Benjamin Gries und Ivan Tomic. Timo und Benjamin kennen sich von ihrem MBA-Studium an der Hamburger Media School, Ivan haben sie bei einem Praktikum kennengelernt. Bevor sie gemeinsam loslegten, war Timo noch in zwei spannende Projekte involviert: zum einen bei der Vermarktung des Hip-Hop-Portals 16bars.de, zum anderen als Herausgeber des Buchs „100 Experten“, das Porträts von 100 Personen aus der Welt des Onlinemarketings enthält.

Das Großraumbüro von Yieldlove am Neuen Pferdemarkt

Im Zuge der Erstellung des Buches wuchs die Idee, eine eigene Agentur auf die Beine zu stellen. Gegründet wurde im Juni 2013 noch aus der WG-Küche heraus. Drei Monate später zog Yieldlove in die Gründeretagen in der Großen Freiheit. Der nächste Umzug stand 2015 auf dem Programm, damals ging es mit acht Mann in die unmittelbare Nähe des Michels, und seit Januar 2016 hat das Startup seinen Sitz am Neuen Pferdemarkt. Im Juli diesen Jahres eröffnete Yieldlove ein Salesbüro in Zagreb/Kroatien, sowie im Oktober ein Büro in Berlin.

Grund für die vielen Ortswechsel ist das ständig wachsende Team. Inzwischen arbeiten insgesamt 20 Leute für Yieldlove, drei davon in Zagreb. Dorthin hat der Hamburger Ivan dank seiner kroatischen Wurzeln beste Beziehung, weshalb die Betreuung dieses auf den ersten Blick nicht so naheliegenden Marktes schon früh Teil des Unternehmensplanes war.

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Offensichtlich macht das Startup also einiges richtig, aber was ist das genau? In einem Satz zusammengefasst: Yieldlove hilft Webseitenbetreiber, mehr Umsatz mit Werbung zu machen. Kunden sind also Publisher, deren Kerngeschäft es ist, Inhalte zu verbreiten, die meist journalistischer Art sind, es aber nicht sein müssen. Zu den Kunden zählen beispielsweise die taz, das Satiremagazin Titanic und auch die Gelben Seiten. Diese müssen keine Fixkosten zahlen und lediglich eine erfolgsabhängige Umsatzprovision abgeben.

Yieldlove agiert als Full Service-Agentur. Ist erstmal der Rahmen definiert, etwa welche Zielgruppe erreicht wird und ob Werbekunden aus bestimmten Branchen nicht erwünscht sind, muss sich der Kunde um nichts mehr kümmern. Um zu verstehen, was dann geschieht, muss man sich den modernen Online-Werbemarkt wie einen voll digitalisierten Basar vorstellen, bei dem sich Angebot und Nachfrage ständig ändern und die Nachfrage bestimmen. „Real time Bidding“ nennt sich das, da alles automatisch in Echtzeit stattfindet und nicht in langwierigen Verhandlungen von Mensch zu Mensch.

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Wer da die schlaueste Software hat und in kürzester Zeit die meisten Parameter verarbeiten kann, hat die Nase vorn. Diesen Vorsprung hat sich Yieldlove in relativ kurzer Zeit erarbeitet, wie das Unternehmen in unverbindlichen Testläufen potenziellen Kunden gerne demonstriert. Die führen vor allem auch international zu positiven Ergebnis, sogar schon in den USA, wo die Konkurrenz erwartungsgemäß besonders groß ist.

Yieldlove ist in vielen Ländern erfolgreich

Entsprechend bunt ist das Team aufgestellt, mittlerweile hat es Mitglieder aus acht Nationen. Neben Kroatien und anderen südosteuropäischen Ländern sind Italien und Spanien wichtige Märkte, inzwischen auch Frankreich und sogar Dubai und eben die USA. Kein Wunder, dass fast zwei Drittel der Umsätze inzwischen außerhalb Deutschlands erwirtschaftet werden. Für das nächste Jahr ist die Eröffnung von Dependancen in Mailand, Madrid und wenn alles gut läuft in New York geplant.

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Timo berät am Yieldlove-Stand auf dem Hamburger Online-Karrieretag

Hauptstandort bleibt aber Hamburg, und da will Yieldlove weiter kräftig wachsen. Beim Online-Karrieretag, der kürzlich fast 5.000 Besucher ins Millerntor-Stadion lockte, gab es viele vielversprechende Gespräche, auch mit überall heiß begehrten Entwicklern.

Bleibt nur noch die Frage zu klären, ob der Schriftzug von Yieldlove überarbeitet werden sollte. Die Kombination aus dem Begriff „love“ und dem Pfeil im Logo verbinden wohl einige Zeitgenossen mit etwas Anstößigem. Dabei ist die Botschaft doch ganz klar: Die Liebe zum Ertrag – Umsatz, der steil nach oben geht!

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Bild ganz oben: Timo Hagenow, Benjamin Gries und Ivan Tomic bilden die Geschäftsführung von Yieldlove