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hellomonday – Büros, bei denen man sich auf Montag freut

„Hello Monday!“ – Jetzt mal ehrlich, wer freut sich ernsthaft auf den Wochenanfang und begrüßt den Montag zumindest innerlich mit einem freundlichen „Hallo“? Okay, ein paar sind das schon, es könnten aber noch eine Menge mehr sein. Dazu beitragen möchte das Startup hellomonday, das Büroimmobilien vermittelt, in denen man gerne arbeitet.

Klassische Immobilienberatung mit Schlips und Kragen – das sei nicht mehr zeitgemäß, meinen Jan Petersen und Khaled Hamdard von hellomonday. Also sind sie angetreten, ein etwas angestaubtes Geschäftsmodell für das 21. Jahrhundert aufzufrischen. Die Idee entstand keineswegs aus einer Laune heraus: Beide sind erfahrene Immobilienexperten und haben als solche unter anderem für das Traditionsunternehmen Angermann gearbeitet.

Das Ziel: das Immobiliengeschäft zeitgemäß zu präsentieren

Dabei ist ihnen aufgefallen, dass der übliche Auftritt zu Kunden aus der Kreativ- und Digitalbranche einfach nicht mehr passt. Zu viel Distanz, die sich schon durch die konservative Kleidung ausdrückt, zu viel Papierkram und zu wenige Angebote, die die Möglichkeiten moderner Technologien nutzen.

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Screenshot 1: Übersichstkarte mit allgemeinen Infos

Ende 2015 kündigte Jan dann seinen alten Job, Khaled folgte Februar 2016, natürlich nicht, ohne dass beide einen Plan in der Tasche hatten. Ein paar Monate entwickelte das Duo seine Idee weiter und traf alle Vorbereitungen, um dann im Juli 2016 ihr Startup ins Leben zu rufen: hellomonday. Der Name ist, wie schon eingangs erwähnt, Programm, und soll einen Kontrapunkt setzen zu dem weit verbreiteten Warten auf den Freitag und das Wochenende.

Gerade in jungen Unternehmen gibt es nämlich durchaus einige, die sich auf ihre Arbeit und damit auch auf den Montag freuen. Diese, beziehungsweise deren Arbeitgeber, möchte hellomonday mit seiner Art der Vermittlung von Büroimmobilien ansprechen. Dies geschieht bevorzugt online: Interessenten können durch eine Reihe von Filtern (Fläche, Lage, maximaler Mietpreis und viele Ausstattungs- und Sonderkriterien) die Auswahl an passenden Mietobjekten eingrenzen und in einem Warenkorb deponieren.

Service weit über die reine Bürovermittlung hinaus

Zu diesen Objekten erhalten sie einen Link, der zu allen wichtigen Informationen führt: Bilder, Grundrisse, Rahmendaten, eine Karte mit der genauen Lage usw. Am Ende steht dann natürlich immer noch der Besuch vor Ort, bei dem sich Jan und Khaled um alles kümmern. Apropos „um alles kümmern“; diese Formulierung kann man bei hellomonday ziemlich wörtlich nehmen, denn zum Service gehören auch ein kostenloser Umzug, Rechtsberatung und vieles mehr.

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Screenshot 2: Übersichtskarte mit Detailinfos

Wer übrigens nicht das Suchformular auf der Webseite ausfüllen, sondern seine Anfrage lieber per E-Mail oder WhatsApp stellen möchte – kein Problem. hellomonday ist auf alle modernen Kommunikationswege eingestellt. Auch hier zeigt sich der Wunsch, möglichst nah an der Lebenswirklichkeit der Interessenten zu sein. Und das kommt an. Sätze wie „Wir ticken wie unsere Kunden!“ oder „Wir sind so digital, wie der Kunde es braucht!“ sind keine leeren Versprechen.

Eine solche Marktpositionierung ist schon deshalb von Vorteil, weil das Angebot von hellomonday nicht exklusiv ist. Im Gegensatz zum Wohnungsmarkt, ist der Büromarkt nämlich vollkommen transparent und alle Beratungshäuser verfügen über ein nahezu identisches Angebot. Dank ihrer langjährigen Erfahrung sowie eines guten Netzwerks in der Branche hatten die beiden keine Schwierigkeiten, das eigene Immobilienangebot aufzubauen und mit den bereits etablierten Beratungshäusern gleichzuziehen. Das „Wie“ ist also wichtiger als das „Was“ bei der Immobilienvermittlung.

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Khaled Hamdard und Jan Petersen

Die Zukunft liegt in Hamburg

Da das Unternehmen erst wenige Monate alt und komplett eigenfinanziert ist, konnte es auch noch keine großen Sprünge machen. Vermietungen sind in der Regel langwierige Prozesse. Immerhin drei Abschlüsse kann hellomonday inzwischen vorweisen, der erste Umsatz ist im September geflossen. Investiert werden soll jetzt erstmal im Marketing und bis Ende des Jahres eventuell in ein bis zwei Mitarbeiter, die die beiden Gründer bei ihrem Rundumservice entlasten. Vielleicht ist dann auch ein größeres Büro drin. Momentan arbeiten Khaled und Jan in einer Bürogemeinschaft bei Hanse Ventures, wobei sie unabhängig von dem Company Builder agieren.

Das Büroangebot beschränkt sich zurzeit noch auf Hamburg, wobei eine Expansion nach Berlin schon eine attraktive Option wäre, da insbesondere dort viele Firmen und Startups aus der Digitalbranche beheimatet sind. Hamburg bleibt aber auf jeden Fall erste Wahl. Für Khaled sowieso, er ist hier aufgewachsen. Genauer gesagt in Eimsbüttel, wie er betont, und er liebt seine Stadt. Genau wie inzwischen Jan, der vor knapp zehn Jahren aus Frankfurt gekommen ist, auch wegen seiner damaligen Freundin. Die hat er nicht mehr, doch Hamburg ist ihm geblieben.

Dem jungen Startup verbleiben hoffentlich noch viele Montage, die es freudig begrüßen kann und die es zu einer weiteren Erfolgsgeschichte Made in Hamburg machen.