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Fitfox – im Studio mit den Fitnessfüchsen

Ein chronischer guter Ganzjahresvorsatz ist: mal wieder was für die Fitness tun. Aber deshalb gleich Mitglied werden in einem Studio? Die Hürde ist für viele dann doch zu hoch. Zum Glück gibt es Fitfox: Das Hamburger Startup ermöglicht es, in vielen deutschen Städten vertragsfrei zu trainieren. Wir haben das Gründertrio in der Kaifu Lodge getroffen.

Das Problem haben viele, die häufig beruflich auf Reisen sind: Sie sitzen in Flugzeugen und Bahnen, sitzen in Meetings und Konferenzen, und abends sitzen sie dann vielleicht noch an der Hotelbar. Ein bisschen Sport würde da gut tun, und das nächste Fitnessstudio ist womöglich gar nicht so weit, aber dann: ohne Mitgliedschaft kommt man da nicht rein.

Die Idee entstand aus eigenen Erfahrungen

So ging es auch Max Tymoszuk, einem leidenschaftlichen Basketballspieler, der während seines BWL-Studiums viel unterwegs war. Während eines Aufenthalts in Frankfurt hatte er Lust auf ein paar Trainingseinheiten und rief bei zehn Studios an, ob er nicht ausnahmsweise… Acht davon ließen ihn sofort abblitzen, bei zwei weiteren hätten sie ihn mit Hängen und Würgen reingelassen.

Max Tymoszuk ist am Zug

Max Tymoszuk ist am Zug

Ärgerlich, doch zugleich die Geburtsstunde einer cleveren Geschäftsidee, die Max mit Dustin Selke weiterentwickelte, der schon ähnliche Erfahrungen gemacht hatte. Dustin hat Wirtschaftsrecht studiert, den Bachelor in Lüneburg gemacht und den Masterabschluss dann in Hamburg, Bologna und Haifa – viele Reisen und dabei wenig Möglichkeiten zum Traineren zu haben, das hatte er selbst oft erlebt.

Neben Max und Dustin gehört noch Edwin Hammond zum Team; die drei kennen sich bereits aus ihrer Schulzeit. Edwin steht kurz vor dem Abschluss seines Wirtschaftsinformatik-Studiums und ist, wie es sich für einen echten ITler gehört, nicht der ganz große Fitnessfan. Die Idee der beiden Freunde fand er trotzdem cool, und so machte er sich gern daran, die dazu passende Webseite zu basteln.

Mit Fitfox fix und ohne Vertragsbindung ins Studio

Fitfox wurde bereits 2013 gegründet. So richtig los ging es aber erst mit der Studioakquise und dem Beta-Launch Ende 2015. Und das kann Fitfox: Wer mehr oder weniger spontan ins Fitnessstudio gehen und dort alle Vorteile genießen möchte, ohne gleich Mitglied zu werden, gibt auf der Webseite die Stadt seiner Wahl ein und bekommt dann eine Liste der teilnehmenden Studios mit ihren Angeboten. Für einen Tag, eine Woche, einen Monat, ganz nach Wunsch. Schnell die passende Variante ausgewählt, ein paar Angaben gemacht – und fertig!

Edwin Hammond gibt Gas

Edwin Hammond gibt Gas

Das Ticket können sich die Nutzer ausdrucken oder auf dem Smartphone vor Ort zeigen. 11 Städte hat Fitfox mittlerweile im Programm, mit der größten Auswahl in Hamburg, wo alles angefangen hat. Ein wichtiger Partner ist die lokale Kette On Stage, und seit Juli 2016 ist auch die Kaifu Lodge dabei; dort sind übrigens unsere Fotos entstanden.

Die Kunden bezahlen an Fitfox, das sich eine Provision abzweigt und den Rest an die Partnerstudios weitergibt. Die zu akquirieren war mal mehr und mal weniger leicht. Am Anfang zeigten sich die Studios skeptisch, doch den meisten leuchtete das Geschäftsprinzip schnell ein, schließlich führt es zu Kunden, die aus unterschiedlichen Gründen von einer Mitgliedschaft Abstand nehmen und auch für das übliche Probetraining nicht zu gewinnen wären. Mittlerweile haben die Studios von Fitfox gehört und nehmen teilweise eigenständig Kontakt auf.

Dustin Selke reißt mit

Dustin Selke reißt mit

Die Angebote von Fitfox sind in der Regel exklusiv, und ähnliche Unternehmen sind bereits in Brasilien und Großbritannien erfolgreich. Ein Ausdehnung auf andere Länder ist deshalb nicht so abwegig, hat aber noch ein bis zwei Jahre Zeit. Davor gilt es, noch mehr Städte und Studios in Deutschland zu gewinnen, vielleicht auch eine der großen überregionalen Ketten.

Wer es in Hamburg schafft, schafft es überall

Ebenfalls geplant sind Kooperationen mit Unternehmen, die ihren Mitarbeitern etwas Gutes tun wollen, oder mit Reiseanbietern und Hotels, wie etwa die schon bestehende mit der Superbude. Da geht also schon einiges bei Fitfox, ausschließlich davon leben kann das Trio allerdings noch nicht. Edwin arbeitet in einem kleinen Unternehmen und ist da für so ziemlich alles zuständig, was irgendwie mit IT zu tun hat, Max hat einen Vollzeitjob als Unternehmensberater. Das verschafft Dustin die Möglichkeit, sich komplett auf das gemeinsame Startup zu konzentrieren.

Screenshots von Fitfox

Screenshots von Fitfox

Bisher ist Fitfox ohne fremdes Kapital ausgekommen, was nicht heißt, dass Investoren in Zukunft nicht willkommen wären. Doch die drei Fitnessfüchse handeln nach der hanseatischen Devise „Erst machen, dann darüber reden.“ Selbst hier geboren oder im zartesten Alter zugezogen, sind sie sicher: Wer es in Hamburg und generell in Deutschland schafft, hat den skeptischsten Markt schon geknackt und kann es überall schaffen. So gesehen kann bei Fitfox eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.