Exporo_logo

Exporo: Immobilieninvestments für jedermann

Crowfunding, Crowdinvesting, Crowdsourcing – die „Crowd“, also eine eher zufällig und kurzfristig entstehende Gemeinschaft von im Internet aktiven Menschen, nutzen Startups auf vielfältige Weise. Auch Exporo tut das. Die Hamburger haben sich auf eine neue Form des Immobilieninvestments spezialisiert und damit im vergangenen Jahr ordentlich abgeräumt. Made in Hamburg war bei ihnen zu Besuch.

Das Hindenburghaus (Großer Burstah 31) ist als ehemaliges Kontorhaus eine Adresse mit großer Hamburger Tradition. Von außen noch recht unscheinbar, entfaltet sich seine ganze Pracht dann im Treppenhaus. Für einen Finanzdienstleister womöglich der richtige Standort, aber auch für ein Startup? Nun, Exporo ist beides, und in den Büroräumen sieht es auch wieder deutlich spartanischer aus, hier stehen keine schweren Eichentische, sondern einfache und zweckmäßige Möbel, wie sie bei jungen Unternehmen üblich sind.

Das Hindenburghaus: hanseatische Pracht im Treppenhaus...

Das Hindenburghaus: hanseatische Pracht im Treppenhaus…

Gegründet wurde Exporo Ende 2013, im Dezember 2014 ging das erste Immobilienprojekt online. Die Geschäftsidee besteht darin, Immobilienprojekte, die sonst Großinvestoren vorbehalten sind, auch Kleinanlegern zugänglich zu machen. Ab einer Anlagesumme von 500 Euro ist jeder dabei, der sich von einem Neubauprojekt oder der Beteiligung an einer Bestandsimmobilie ordentliche Rendite verspricht. Nur der Vollständigkeit halber: Die Investition erfolgt in Form der Gewährung eines Nachrangdarlehens und kann im schlimmsten Fall zum Totalverlust führen.

Exporo liefert beeindruckende Zahlen

Sieht man sich die bisherige Erfolgsbilanz von Exporo an, ist mit einem solchen Szenario allerdings kaum zu rechnen. Lassen wir ein paar Zahlen aus einer aktuellen Pressemitteilung sprechen: „Haben die Exporo-Crowdinvestoren im Januar letzten Jahres noch rund 220.000 Euro in Immobilien investiert, so konnte das monatliche Anlagevolumen bis Dezember 2015 auf über 1,6 Millionen Euro gesteigert werden, was einem Wachstum von über 700 % entspricht. Das vermittelte Kapital stieg damit monatlich um durchschnittlich ca. 20 % (mittlere diskrete Wachstumsrate)“ Und weiter: „…die Immobilienprojekte laufen nach Plan, allein in 2015 wurden zwei Projekte (Holz 5 ¼, und Mein Ohmoor) mit einer durchschnittlichen Gesamtrendite von über 10 % an die Anleger zurückbezahlt.“

...und praktische Schlichtheit in den Büroräumen von Exporo.

…und praktische Schlichtheit in den Büroräumen von Exporo.

Zu den Erfolgsfaktoren bei Exporo gehören sicher auch die Tatsachen, dass es sich bei den Gründern nicht um unerfahrene Frischlinge handelt und sich drei von ihnen, nämlich Björn Maronde, Simon Brunke und Julian Oertzen, schon seit Schulzeiten kennen. Nach dem Abitur haben sie sich allerdings erstmal in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Björn hat Rechtswissenschaften studiert, war unter anderem beim ehemaligen Inkubator Team Europe dabei und hat auch an einem Businessplan für Kapitalfreunde mitgearbeitet, wo man sich ebenfalls dem Crowdfunding für Immobilien verschrieben hat. Bei Exporo ist Björn hauptsächlich für IT-Fragen und das Marketing zuständig.

Der Diplom-Kaufmann Simon hat schon während des Studiums seine erste Finanzdienstleistungsfirma gegründet und ist der Branche seither treu geblieben. Bei Exporo bringt er seine Stärken im Vertrieb und sein Gespür für Zahlen ein, eine besonders wertvolle Kombination. Julian, der sich erst ein paar Monate nach Gründung bei einem Segeltörn zum Einstieg bei Exporo überreden ließ, hat Maschinenbau studiert, als Unternehmensberater gearbeitet und Startup-Luft sowohl auf Gründer- als auch auf VC-Seite geschnuppert. Er kümmert sich um Operations und Pressearbeit.

Feldbrunnenstraße, das erste Crowdinvestingprojekt von Exporo

Feldbrunnenstraße, das erste Crowdinvestingprojekt von Exporo

Kein alter Schulfreund, aber bei Exporo von Anfang an dabei ist Tim Bütecke. Als Bauingenieur mit Vertriebserfahrung ist er prädestiniert für die Akquise und Betreuung neuer Bauprojekte. Ursprünglich kommt er aus der Offline-Welt, ähnlich wie Simon, und ganz am Anfang von Exporo fand der Vertragsabschluss auch jeweils noch in der „realen“ Welt statt, während jetzt alles über das Internet abgewickelt wird. Das erste reine Crowdinvestingprojekt war eine Anlage von Eigentumswohnungen in der Feldbrunnenstraße.

In Hamburg fing alles an

Seither konnten insgesamt zehn Projekte erfolgreich abgeschlossen werden, die meisten davon in Hamburg. Das ist kein Zufall, denn alle Vier stammen hier aus dem Norden und haben daher die besten Kontakte zur hiesigen Immobilienszene. Trotzdem will sich Exporo nicht auf die Hansestadt beschränken; ein Projekt im Ostseeheilbad Zingst ist bereits finanziert, ein weiteres in Berlin gerade im Angebot und Leipzig wird als Standort bald hinzukommen. Dabei können sich die Gründer berechtigte Hoffnung auf weitere Erfolgsgeschichten machen: Die Zahl der „Wiederholungstäter“ ist hoch, über 70 % der Investoren des im Frühjahr 2015 ausbezahlten Projekts Holz 5 ¼ haben rund 170 % ihrer Auszahlungssumme wieder angelegt.

Björn Maronde, Tim Bütecke, Julian Oertzen und Simon Brunke

Björn Maronde, Tim Bütecke, Julian Oertzen und Simon Brunke

Bei diesen Ergebnissen ist Exporo auf Investoren ins eigene Unternehmen nicht zwingend angewiesen, einer Serie A-Finanzierung aber natürlich auch nicht abgeneigt. Mitte 2015 konnte bereits ein kompetenter Investor gewonnen werden, der mit rund 500.000 Euro eingestiegen ist. Grundsätzlich stellt Björn allerdings fest, dass es in Berlin leichter für Startups sei an Geld zu kommen als in Hamburg und gerade die Banken gern öfter über ihren Schatten springen sollten. Vielleicht schwingt dort manchmal auch ein wenig die Angst mit vor der neuen, frechen Fintech-Welt, die im konkreten Fall von Exporo bestehende Provisionsmodelle über den Haufen wirft und durchaus mit einem Bildungsauftrag unterwegs ist, Ziel: Laien das Thema Kapitalanlage zugänglicher zu machen.

Simon, Björn und Julian begutachten am Bildschirm ein neues Projekt

Simon, Björn und Julian begutachten am Bildschirm ein neues Projekt

Zum Jahresbeginn kann sich Exporo über zwei Nominierungen freuen: zum einen bei der Wahl zum Fintech des Jahres (hier), zum anderen für den immobilienmanager Award in der Kategorie Finanzierung (hier). Ansonsten hat sich das Team, das inzwischen aus 15-20 Mitarbeitern besteht, für 2016 einiges vorgenommen. 15 bis 20 Millionen Euro sollen möglichst platziert und das Angebot so aufgestellt werden, dass Anleger immer unter mehreren Projekten wählen können. Die Konkurrenz schläft nicht, und mit Zinsland gehört ein weiteres Hamburger Startup zu den wichtigsten Mitbewerbern. Björn vermutet, dass sich am Ende zwei bis drei Plattformen durchsetzen werden, und Exporo soll natürlich dazugehören. Made in Hamburg sagt toi, toi, toi, dass die Elbmetropole auch die Metropole für Immobilien-Crowdinvesting bleibt!

Am meisten freuen die Kollegen sich natürlich, wenn ihr euch bei Exporo anmeldet und die Plattform mal testet!