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Cleverer umziehen mit Box-Sharing

Umzugskartons sind aus Pappe, vertragen kein Wasser, gehen leicht kaputt und nehmen nach dem Umzug unnötig Platz auf dem Dachboden weg. Nicht so gut. Oder sie sind gar keine Kartons und aus Plastik, stabil und wasserfest und lassen sich günstig beim Startup Box-Sharing mieten. Schon viel besser!

Viele Startups entstehen aus den Erfahrungen, die Gründerinnen und Gründern in ihrem eigenen Alltagsleben machen. Bei Box-Sharing war das nicht anders. Wenn das Problem, das solch ein Startup lösen will, auch noch viele Menschen betrifft, steigen die Erfolgsaussichten. Ein Umzug beschäftigt früher oder später jeden, ebenso die Frage, wie und wo der ganze Krempel am schlauesten zu verstauen sei.

Schon in der Schule vom eigenen Unternehmen geträumt

Die beiden Gründer von Box-Sharing, Jarid Degler und Benjamin Wagner, kennen das Problem natürlich auch. Und sie kennen sich schon seit der Schulzeit. Bereits damals träumten sie davon zu gründen und ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Jetzt wird der Traum Stück für Stück Realität. Während Jarid sein BWL-Studium nach vier Semestern unterbrochen hat und zurzeit hauptberuflich als Filialleiter im Lebensmitteleinzelhandel arbeitet, studiert Benjamin noch Umwelttechnik an der HAW.

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Die Box-Sharing-Gründer Jarid Degler und Benjamin Wagner

Parallel dazu entwickelten sie Mitte 2015 ihre Unternehmensidee gingen damit am 22. Dezember 2015 zum Notar. Box-Sharing ist also genau ein Jahr alt. Das Geschäftsprinzip ist ganz einfach: Der Kunde bestellt die Zahl an Boxen, die er für seinen Umzug benötigt, bekommt sie an seine alte Adresse geliefert, zieht damit und bekommt sie bei der neuen Adresse wieder abgeholt. Für zwei Wochen zahlt er pro Box 1,26 Euro, für jeden weiteren Tag neun Cent.

Alternativ können die Boxen auch von vornherein länger gemietet werden, um darin Sachen ein- oder zwischenzulagern. Das kostet dann 3,30 Euro pro Monat, beziehungsweise 2,70 Euro pro Monat bei ganzjähriger Nutzung. Völlig neu ist das Konzept in Deutschland nicht, allerdings waren zum Zeitpunkt der Gründung in Hamburg noch keine solchen Anbieter am Start. Inzwischen offerieren die Berliner Box at Work und Turtlebox aus Pullach ihre Dienste auch in der Hansestadt.

Die Zentrale von Box-Sharing ist das Home Office

Während diese Unternehmen schon eine gewisse Größe erreicht haben, gehört Box-Sharing in die Kategorie „klein aber fein“. 120 Boxen sind aktuell im Umlauf, Zwischenstation ist die Garage von Benjamin. Ein eigenes Büro hat das Startup noch nicht, beide benutzen ihre jeweiligen Wohnungen als Home Office. Richtig los ging es auch erst im September 2016, zuvor hatten Freunde den Service getestet und für gut befunden.

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Jarid Degler in seinem Home Office in Schenefeld

So klein wie jetzt wollen Jarid und Benjamin  mit ihrem Startup selbstverständlich nicht bleiben, und sie tun auch einiges um zu wachsen. Momentan arbeitet ihr Programmierer Kim Nürnberger, der schon die Webseite und die Datenbank erstellt hat, den Webshop auch für Smartphone und Tablet zugänglich zu machen. Bisher lassen sich die Boxen nur über den Desktop bestellen. Bald wird das auch mobil möglich sein, genau wie die Kontrolle und Rückbestellung eingelagerter Boxen. Zudem können dann Kunden mit der App ihre verstauten Sachen mit Bild und Text katalogisieren.

Bester Kundenservice ist Programm

Auch für die Zahlungsabwicklung  wird die Software aufgerüstet. Jede Box besitzt einen QR-Code, die die Zuordnung zu den Kunden und damit die Rechnungserstellung erleichtert. Diese wird dadurch transparent und im privaten Kundenbereich jederzeit nachvollziehbar. Das Team von Box-Sharing ist stolz darauf, alles selbst und ohne Hilfe einer Agentur entwickelt zu haben, immer mit dem Ziel, den lästigen Vorgang des Umziehens so unkompliziert wie möglich zu machen.

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Die Umzugsbox und ihre Abmessungen

Die Boxen sind übrigens recyclebar und, wenn schon nicht nicht Made in Hamburg, dann zumindest Made in Germany, von Auer Packaging. Sie haben ein Fassungsvermögen von 74 Litern und sollten mit nicht mehr als 25 Kilogramm beladen werden.

Für die Einlagerung hat Box-Sharing eine Halle in Veddel gefunden, die noch genügend Platz für eine Ausweitung des Geschäfts bietet. Außerdem ist auch eine Kooperation mit der Selfstorage-Plattform ShelfSailor im Gespräch. Und als weitere Kooperationspartner bieten sich Umzugsunternehmen an. Wenn alles klappt, entwickelt sich das Startup so zu einem Rundum-sorglos-Dienstleister für Umzüge – und das komplett eigenfinanziert.So ist es hoffentlich nur eine Frage der Zeit, bis bei Box-Sharing selbst ein Umzug ansteht. Nämlich in das erste echte Büro.

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