Team_Neubuero_edit-1

adlicious verkündet die Unabhängigkeitserklärung des Onlinemarketing

„We love doing RTB“ – wer sich so einen Slogan auf die Webseite stellt, zeigt damit zweierlei: Er ist erstens mit Leib und Seele bei der Sache, die er tut. Und er ist zweitens in einem Fachgebiet unterwegs, das nur wenige beherrschen, denn welcher Durchschnittsbürger weiß schon, was sich hinter diesem Kürzel verbirgt. Made in Hamburg hat sich schlau gemacht und die Agentur adlicious besucht, die sich dieses Motto zu eigen gemacht hat.

Wobei Agentur vielleicht nicht die korrekte Bezeichnung für adlicious ist; sich selbst bezeichnet des Unternehmen als Trading Desk. RTB bedeutet übrigens „Real Time Bidding“, und damit sind wir sprachlich auch schon mitten in der Welt des Onlinemarketings, genauer des „Programmatic Advertising“.

Das Motto: Gutes noch besser machen

In dieser Disziplin geht es um die optimale Planung und Platzierung von Werbung im Internet, und das möglichst in Echtzeit – eben „Real Time“. Eine bekannte Adresse für Programmatic in Deutschland ist die Hamburger d3media AG. Eine Weile dort gearbeitet haben auch David Lange, Viktor Eichmann und Daniel Skoda, bis sie sich irgendwann dachten: „Das können wir besser!“

Daniel Skoda, Viktor Eichmann, David Lange und Dmitrij Propp im (noch) aktuellen Büro.

Daniel Skoda, Viktor Eichmann, David Lange und Dmitrij Propp im (noch) aktuellen Büro.

David ist gebürtiger Hamburger und im benachbarten Ahrensburg aufgewachsen. Er hat Chinesisch studiert und seinen Master in BWL gemacht. Eine Kombination, die zu einem Buch über Markteinführungsstrategien in China geführt hat und zu einem Jobangebot als Berater für den chinesischen Markt bei einem altehrwürdigen Handelshaus. Er hat sich dann für das Pragrammatic Advertising entschieden. Die Startup-Welt war ihm übrigens schon länger vertraut, denn sein Bruder war einer der Gründer des inzwischen von Deezer übernommenen Musikportals Simfy.

Viktor wurde in Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans, geboren, kam im Alter von 10 Jahren nach Deutschland und ist in Elmshorn beheimatet. Er hat Rechtswissenschaft studiert und lernte rechtzeitig die Digitalexpertin Frederike Voss kennen, die ihn zu wunderloop holte, einem der ersten Spezialisten für Targeting, also zielgruppengenaue Werbeplatzierungen, in Deutschland (Über Frederikes aktuelles Unternehmen orbyd gibt es hier eine Made in Hamburg-Story). Zu d3media kam er im Sommer 2012.

Kommt immer gut: ein kleines Erklärvideo

Daniel schließlich stammt aus dem schönen Münsterland, kam 2005 nach Hamburg und ist hier inzwischen familiär fest verwurzelt. Er hat BWL studiert und einige Jahre für Bertelsmann gearbeitet und dabei unter anderem die sich digitalisierende Musikbranche sowie die Internetdinos Lycos und AOL kennengelernt. Er hat sich zunächst mit Suchmaschinenmarketing beschäftigt, bis Programmatic aufkam.

Auch scheinbar Bewährtes gehört hinterfragt

Im Mai 2014 machten sich David und Viktor dann daran, den Wunsch, es noch besser zu machen, in die Tat umzusetzen, und adlicious startete buchstäblich vom Küchentisch aus. Nach zwei Monaten später zogen sie dann ins betahaus im Schanzenviertel, wo sie ein knappes Jahr blieben. Dritter Mann zu der Zeit war der Mathematiker Dmitrij Propp, der auch heute noch als Head of Data & Analytics zu denen gehört, die den Unterschied machen.

Der Unterschied besteht nämlich unter anderem darin, dass bei adlicious alles hintergfragt wird, auch wenn es sich scheinbar längst bewährt hat. So gehörte das Team zu den ersten, die herausfanden, dass bei bestimmten Verfahren des Mediaeinkaufs  30 % des Traffics gar nicht von Menschen stammt, sondern von Bots. Wer das nicht berücksichtigt, schmeißt also automatisch vom Start weg 30 % des Werbebudgets zum Fenster raus, eine Erkenntnis, die sich inzwischen allgemein durchgesetzt hat.

Stanislav Tananin, Aleksandra Aceska und Hannah Ebsen

Stanislav Tananin, Aleksandra Aceska und Hannah Ebsen

Ein weiterer Unterschied: adlicious ist nach eigener Recherche der einzige völlig unabhängige Trading Desk in Deutschland, vermutlich sogar in Europa. Das heißt, man macht keine Deals, die zu festgelegten Abnahmen von Werbeplätzen verpflichten, auch wenn sich im Laufe der Kampagne herausstellen sollte, dass dies für den Kunden von Nachteil ist. Mit diesem Prinzip konnte sich adlicious auch bei den großen Publishern durchsetzen. Große Anbieter lassen sich von den Hamburgern sogar bei der Optimierung der eigenen Plattformen helfen.

Bei Tests immer vorn

Tests bestätigen regelmäßig das Erfolgsrezept von adlicious, so auch bei dem Kunden C&A, mit dem im September 2015 die ersten Gespräche stattfanden. Man konnte sich gegen zwei Mitbewerber durchsetzen und die besten Ergebnisse in Sachen Kosten und Kundenneugewinnung liefern. Denn das ist die Spezialität: im Internet die Zielgruppe aufzuspüren, die sich für bestimmte Produkte interessiert, und diese dann mit der passenden Werbung anzusprechen.

adlicious konzentriert sich dabei auf die Sparten Display (Bannerwerbung), Mobile, Video und Social Media. Und arbeitet nicht nur mit ausgefeilten Algorithmen und künstlicher Intelligenz, sondern weiterhin mit dem Faktor Mensch. Das passt hervorragend zu dem Credo, alles noch einmal kritisch zu hinterfragen und Entscheidungen nicht nur den Maschinen zu überlassen. So gelingt es immer wieder, großen Konkurrenten wie Rocket Fuel aus Kalifornien ein Schnippchen zu schlagen, eine der Lieblingsbeschäftigungen bei adlicious.

Ein Beispiel für eine geschickte Werbeplatzierung, ausgesteuert von adlicious: der Kunde WeltSparen bei Spiegel Online; Thema: Brexit.

Ein Beispiel für eine geschickte Werbeplatzierung, ausgesteuert von adlicious: der Kunde WeltSparen bei Spiegel Online; Thema: Brexit.

Das Unternehmen kommt übrigens vom ersten Tag an ohne jedes Fremdkapital oder die Beteiligung einer Agentur aus, und so soll es bleiben. adlicious konnte organisch wachsen und Anfang 2015 vom betahaus zum Spritzenplatz in Ottensen umziehen. Im September schloss sich der alte Kollege Daniel dem Team an und wechselte von einer größeren Agentur zu adlicious, da ihn das Konzept komplett überzeugte.

Inzwischen ist die Truppe auf acht Personen angewachsen und zieht gerade in ein neues Büro um, direkt gegenüber dem alten. Denn natürlich bleibt adlicious Hamburg treu, schließlich ist nirgendwo die AdTech-Szene so prominent vertreten wie in der Hansestadt. Lediglich die Kunden kommen mehrheitlich aus den südlicheren Teilen der Republik, aber einerseits ist das adlicious-Team ist mobil,  und andererseits lohnt sich eine Reise in den Norden bekanntlich immer, erst recht, wenn es um optimales Onlinemarketing geht.

Bild ganz oben: Noch ist es eine Baustelle, doch das adlicious-Team freut sich schon auf das neue Büro. v.l.n.r.: Daniel Skoda, Dmitrij Propp, David Lange, Viktor Eichmann, Hannah Ebsen, Tatsiana Kirpichnik, Aleksandra Aceska und Stanislav Tananin.